1. Hintergrund

Die Ortsgemeinde Wallenborn der Verbandsgemeinde Daun verdankt ihren Namen einer im Ort gelegenen Quelle, die ein in Europa einmaliges Verhalten aufweist: Sie wallt von Zeit zu Zeit sehr stark auf, der Wasserspiegel im Brunnen hebt sich und große Gasmengen werden freigesetzt. Dieses Wallen und Brodeln (daher auch der ortsübliche Name „Brubbel") dauerte ca. 20 Minuten und trat etwa alle 55 Minuten auf.
* Die hier angegebenen Intervallzeiten haben sich seit der Sanierung 2001 beträchtlich verändert! Bei etwa 30minütigem Intervall dauert die kurze aber heftige Eruptionsphase mit Fontainebildung <=5 Minuten an.
Abb.25 Erdschnittzeichnung

Bild 1: Geologischer Schnitt

 Dieses Phänomen hängt mit dem Vulkanismus in der Eifel zusammen: An vielen Stellen steigen in der Eifel Kohlensäuregase auf, die sich in den Hohlräumen tief unter der Erde sammeln und dort einen Druck aufbauen, bis dieser größer ist als das Gewicht der darüber stehenden Wassersäule. Dann bricht das Gas durch, der Brunnen wallt auf. Ist die Gaskammer entleert, hört die Eruption ziemlich schnell auf und das Grundwasser fließt wieder in die unterirdische Kammer zurück. Zur Verdeutlichung wird auf die nachfolgende Systemskizze aus einer Diplomarbeit der RWTH Aachen aus dem Jahre 1984 verwiesen, dass auf den Aussagen des damaligen Landesgeologen Dr. Weiler beruht.

Der Brubbel ~ 1950
Bild 2: Wallender Born ca. 1933

Der Wallenborn war ursprünglich eine ebenerdig brodelnde Quelle, bis er 1933 erbohrt wurde. In rund 40 Meter Tiefe machte eine heftige Eruption aus Gas, Wasser und Bohrschlamm dem Bohrfortschritt eine Ende. Das Bohrloch wurde daraufhin doppelwandig in den oberen 15 Metern, darunter auf 25 Meter einfach verrohrt. An der Oberfläche bildete sich ein kleiner Quellteich, der in regelmäßigen Abständen aufwallte, s. Bild 2.

 

Die oberflächennahe Neufassung erfolgte 1975. Der Teich wurde ausgebaggert und ein 3,50 Meter tiefer Brunnenschacht hergestellt, dessen unterste 40 cm mit Kies aufgefüllt wurden. Ein Überlaufrohr führte zum Bach. Das gesamte Umfeld wurde neu gestaltet und aus Sicherheitsgründen wurde der Brunnenschacht mit einem Rost abgedeckt.

Der Brubbel in den 70er Jahren

Bild 3: Wallender Born nach 1975

1983 wurde der Brunnen durch eine Einfassung mit Basaltsäulen saniert.

Der Brubbel nach 1983

Bild 4: Zustand nach 1983

Aufgrund des aggressiven Wassers (es handelt sich um ein stark aggressives Calcium-Natrium-Hydrocarbonat-Gemisch) zersetzte sich das 1933 eingebaute eiserne Filterrohr zunehmend. Auch haben die vielfältigen Sanierungsbemühungen und die Kanalarbeiten dazu geführt, dass es um den Brunnen herum immer wieder zu Ausspülungen und Absackungen gekommen ist. Bereits wiederholt wurde die Basaltumrandung abgegraben und die Hohlräume verfüllt. Eine grundlegende Sanierung war daher dringend erforderlich, wurden aber aus Furcht, damit die Verbindungswege zu der vermuteten Gaskammer abzuschneiden, aufgegeben. Es bestand die Gefahr, dass das Gas an anderer Stelle abdriftet und dadurch das einmalige Naturschauspiel des Wallenborns zerstört würde.

 

2. Sanierung des Wallenborn

Frau MdL Astrid Schmitt hat im September 1999 Frau Ministerin Klaudia Martini auf die Situation und den Sanierungsbedarf hingewiesen. Daraufhin fand am 29.11.1999 ein Ortstermin u.a. mit der Orts- und Verbandsgemeinde, dem Geologischen Landesamt und dem Landesamt für Wasserwirtschaft sowie der Ingenieurbüro ICON (Herr Webler, Herr v. Kaphengst) statt, um Wege zu einer Sanierung zu besprechen.. Das entscheidende Problem dabei war, dass die Untergrundverhältnisse nur unzureichend bekannt waren und die 1933 niedergebrachte Bohrung im Untergrund aufgefunden und neu verrohrt werden musste, s. Bild 5.

Zeichnung der mutmaßlichen unterirdischen Verhältnissen vor der Sanierung

Bild 5: vermutete Untergrundverhältnisse

Dem planenden Büro ICON und der ausführenden Firma Preussag war dabei bewusst, dass sie mit größter Behutsamkeit eine Sanierungsmethode wählen mussten, durch die keine Schäden am Wallenborn zu befürchten waren. Infolgedessen waren aufwändige, zum Teil in Handarbeit durchzuführende Bauarbeiten notwendig. Hinzu kamen das schwierige Arbeitsumfeld wegen der großen Mengen an Kohlendioxid aus dem Untergrund in die Baugrube ausströmten. Dieser Aufwand war auch der Grund, warum die Sanierungsarbeiten nicht wie ursprünglich gewünscht bis zur 750 Jahr - Feier der Ortsgemeinde abgeschlossen werden konnten. Sie führten aber auch zu deutlichen Mehrkosten gegenüber den veranschlagten Sanierungskosten. Nach Abschluß der Bauarbeiten und der Gestaltung des Umfeldes im April / Mai 2002 steigen die Eruptionen jetzt im 25 bis 30-minütigen Abstand auf bis zu 3 Meter über Rohröffnung.

Der Wallenborn 2002

Bild 6: sanierter Wallenborn im Jahr 2002